Enaktive Supervision bei komplexen traumabezogenen dissoziativen Störungen

Enaktive Supervision (Fachsupervision) bei der Behandlung von komplexen traumabezogenen dissoziativen Störungen (kPTBS, pDIS, DIS, u.a.) für psychotherapeutisch Tätige und psychosoziale Fachkräfte. 
Die Enaktive Supervision in meiner Praxis in Lübeck basiert auf dem enaktiven Ansatz der Traumatherapie von Ellert Nijenhuis, PhD. 
(siehe: Enaktive Traumatherapie)

Supervision

Der Begriff Supervision setzt sich zusammen aus dem Lateinischen „super“ und „videre“. Das Wort super bedeutet: auf, darüber, (von) oben (her), über sich, über … hinaus. Das Wort videre bedeutet: sehen, verstehen, erkennen, begreifen, betrachten. Sinngemäß ist mit Supervision „der Blick von oben her, um etwas besser begreifen zu können“ gemeint.
In der Supervision werden berufliche Themen betrachtet, um Zusammenhänge besser erfassen und Dynamiken und Verwicklungen besser erkennen und verstehen zu lernen. Die SupervisorIn unterstützt eine übergeordnete Betrachtungsweise auf die fachlichen Aufgaben einerseits und das persönliche Wachstum der SupervisandIn anderseits. Das Ziel ist ebenso eine berufliche wie eine persönliche Weiterentwicklung.

Enaktive Supervision (Fachsupervision)

Traumabezogene dissoziative Störungen weisen ein breites Spektrum an möglichen Erscheinungsformen und Ausprägungsgraden auf. Zu den unterschiedlichen Schweregraden komplexer traumabezogener dissoziativer Störungen gehören z.B. Diagnosen wie komplexe Posttraumatische Belastungstörung (kPTBS), partielle Dissoziative Identitätsstörung (pDIS) und (vollständige) Dissoziative Identitätsstörung (DIS).
TherapeutInnen und andere Fachkräfte brauchen für die Behandlung von komplexen traumabezogenen dissoziativen Störungen störungsspezifisches Fachwissen und Kenntnisse über zeitgemäße traumatherapeutische Behandlungskonzepte. Dies gilt auch für die Arbeit in der Supervision.
Psychotherapeutisch Tätige und Angehörige psychosozialer Hilfesysteme werden bei der Behandlung bzw. Begleitung von Menschen mit partieller Dissoziativer Identitätsstörung (pDIS) und (vollständiger) Dissoziativer Identitätsstörung (DIS) vor besondere fachliche und persönliche Herausforderungen gestellt. Es können Fragen oder Irritationen im Umgang mit PatientInnen bzw. Klientinnen auftauchen, die Symptomatiken aufweisen, die oft nur schwer einzuordnen sind und die nicht auf ansonsten bewährte psychotherapeutische Methoden ansprechen.

In der Einzelsupervision steht die eigene Person mit ihren beruflichen und persönlichen Entwicklungswünschen im Mittelpunkt.
In der Fachsupervision soll es darüber hinaus auch um ein besseres Verständnis der Besonderheiten komplexer traumabezogener dissoziativer Störungen inklusive der Diagnose Dissoziative Identitätsstörung gehen, sowie um eine Erweiterung der Behandlungskompetenz bei der psychotherapeutischen Behandlung von Menschen mit chronischer traumabezogener struktureller Dissoziation der Persönlichkeit.

Durch über lange Zeit anhaltende (früh-)kindliche extreme Gewalt- und Bindungstraumatisierungen kann das "Ich" eines Menschen gezwungen sein, sich aufzuteilen in mehrere Persönlichkeitsanteile (Agenzien), die ein eigenes Ich-Erleben entwickeln. In einer Person gibt es dann mehr als einmal das Erleben von "das bin ich".
Die Existenz von "Viele in einem Körper" ist empirisch bestätigt. Dieses Phänomen kann als dem Überleben dienende kreative Handlung aufgefasst werden und unterscheidet sich qualitativ und phänomenologisch von intrapsychischen Polaritäten im Sinne von Ego-States, Modi oder Rollen.

In der Enaktiven Supervision geht es darum, wie einem schwer verletzten Menschen begegnet werden kann, der unter den Folgen von extremer (früh-)kindlicher interpersoneller Gewalt, der dadurch entstandenen dissoziativen Aufteilung der Persönlichkeit und der intrapsychischen (Überlebens-)Dynamik (Trauma Trinität) leidet, um das Verlangen nach gemeinsamer Sinnstiftung und dem Streben nach Veränderung auf dem Weg hin zu mehr innerer Verbundenheit und mehr Selbstbestimmtheit zu gestalten.

  • Wie können TraumatherapeutInnen und traumapädagogische Fachkräfte eine gute Beziehung zu einem Menschen aufbauen, der „Viele“ ist?
  • Wie kann die therapeutische Arbeit mit einzelnen Agenzien sowie der Gesamtpersönlichkeit der PatientIn gestaltet werden?
  • Und wie kann der PatientIn geholfen werden, irgendwann ein symptomfreies und viel freieres Leben zu führen?

Mögliche Themen in der Fachsupervision können sein:

  • Herausforderungen in der Begegnung mit verschiedenen Persönlichkeitsanteilen (Agenzien)
  • Posttraumatische Vermeidung, Widerstand, Stuck State
  • Fortwährende Traumatisierungen, Täterkontakte
  • Scham & Schuld
  • Hilflosigkeit & Ohnmacht
  • Selbstverletzungen & Suizidalität
  • Sekundäre Traumatisierungen

Kosten

Mein Honorar für Enaktive Supervision im Einzelsetting (50 Minuten) beträgt

  • 180,- Euro
  • SelbstzahlerInnen mit einem geringeren Einkommen biete ich ein ermäßigtes Honorar an. (drei Plätze)

Mein Honorar für Enaktive Supervision in der Gruppe bis 5 TeilnehmerInnen (50 Minuten) beträgt

  • 250,- Euro

Enaktive Fachsupervision ist auch als Online-Supervision buchbar.

Supervision ist grundsätzlich eine umsatzsteuerpflichtige Leistung.
Gemäß §19 UStG (Kleinunternehmerregelung) sind Einnahmen, die im vorangegangenen Kalenderjahr 22.000 € (17.500 € bis 2019) und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 € nicht überschreiten, von der Umsatzsteuer befreit.